Dr Luggebiesser meint
26. August 2011 um 06:46 | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen KommentarSpäte Umkehr dank zögerlicher Einsicht?
Bei den Diskussionen um die gemeinsame Trägerschaft der Uni Basel* hat es die Stadt bis jetzt stets strikte abgelehnt, zumindest eines ihrer Institute im Baselbiet anzusiedeln. Diese Bockigkeit war zwar schon von Anbeginn an nicht sehr plausibel, argumentierte die Stadt doch am Anfang der Verhandlungen ganz gegenteilig und behauptete, die Konzentration der Uni in der Stadt sei ein Standortnachteil, der mit wenigstens 10 % der Beiträge abgegolten werden müsse… Wie immer dem auch sei scheint diesbezüglich doch noch etwas bessere Einsicht einzukehren – wenigstens ein Bisschen. Hat die Uni doch soeben beschlossen, wenigstens provisorisch für fünf Jahre ein Mini-Institut ins Technologie-Zentrum im solothurnischen Witterswil zu verlegen. Ist dies nun mehr als nur eine Schwalbe und kommt der partnerschaftliche Frühling sogar mit dem Baselbiet vielleicht doch noch?
*A propos Uni Basel: So heisst sie leider noch immer, obschon sie sich längst – nach dem Vorbild etwa der Handelskammer oder des Kinderspitals – Universität beider Basel benamsen könnte!
Ruedi Rechsteiner, wie er leibt und lebt
In der Diskussion um die künftige Energiepolitik des Bundes hat Ruedi Rechsteiner (SP) in seiner bewährten Art wieder einmal kräftig zugeschlagen. In einem Beitrag in der BaZ vom 9. August behauptet er nämlich frisch-fröhlich und völlig unfromm, ein hübscher Stromausfall im Herbst oder Winter mit dem Ziel, die neue Energiepolitik des Bundes zu beeinflussen, wäre keine Überraschung, bedürfte allerdings einer straffen Organisation (seitens der Stromkonzerne), denn Stauseen beispielsweise müssten zur Vorbereitung vorzeitig geleert werden usw. Damit hat Herr Rechsteiner einmal mehr ganz einfach und vorsorglich eine seiner vielen patentierten Verschwörungstheorien lanciert – dieses Mal für den Fall, dass wirklich ein grösserer Stromausfall (etwa à la SBB) passieren sollte. Besonders pikant im Zusammenhang mit dieser Anschwärzerei auf Vorrat ist, dass die so perfid verdächtigten Stromkonzerne zu einem grossen Teil den Kantonen gehören und viele ihrer Verwaltungsräte höchst ehrbare Regierungsräte oder Parlamentarier sind – einschliesslich Rechsteiner-Genossen von der SP … Und an den Rufschaden für die damit zum grossen Teil staatlich dominierten Konzerne, den ein solch hirnrissiges Verhalten mit sich bringen würde, ist schon gar nicht zu denken.
Politico-Jungbrunnen
Dass wieder Wahlen bevorstehen, ist im Baselbiet wegen der vielen erlaubter- oder auch unerlaubtermassen an allen wichtigen Strassen aufgestellten Politiker- und Möchtegernpolitiker-Porträts stets sehr sichtbar. Wer näher hinschaut, stellt mit Erstaunen fest, dass Politik ein echter Jungbrunnen sein muss, denn alle Bekannten, denen man bei dieser Gelegenheit wieder begegnet, wirken mindestens zehn Jahre jünger als man sie in Erinnerung hat. Den Chäspi Baader (SVP) zum Beispiel hat dr Luggebiesser jedenfalls schon sehr lange nicht mehr so knusprig jung gesehen. Und was die Damen betrifft, schweigt des Sängers Höflichkeit ohnehin. Für Respektlose und politisch Unkorrekte allerdings bleibt doch noch die Frage, ob da nun Botox oder Photoshop der Wirklichkeit nachgeholfen hat…
Nochmals: Die «fundamentals»
Dr Luggebiesser ist arg kritisiert worden, weil er in seinem Essay über die «fundamentals», die Finanzkennzahlen von Stadt und Land, keine einzige Zahl genannt hat. Dies sei hiermit nachgeholt: Laut Statistischem Jahrbuch der Schweiz 2010, S. 120, betrug das Volkseinkommen im Jahre 2005 in Franken pro Einwohner in der Stadt CHF 115‘178.- und im Baselbiet CHF 53‘502.-. Wobei das Volkseinkommen der Stadt das höchste in der ganzen Schweiz ist; Zug mit CHF 93‘753.- und Zürich mit CHF 68‘ 804.- kommen da überhaupt nicht in die Kränze. Und das entsprechende Verhältnis dürfte sich seither nicht wesentlich verändert haben.
Und dann noch dies:
Als die Baselbieter Regierung (nota bene schon vor den Regierungs- und Landratswahlen und nicht erst hinterher, wie es schlechter politischer Übung entsprochen hätte) ein Sparpaket in seinen Grundzügen veröffentlichte, schrie die Linke unisono, das sei ein «Bschiss» und die Regierung müsse subito noch vor den Wahlen mit den letzten Details des Pakets herausrücken, obwohl schon damals alle wussten, dass die Details damals noch gar nicht bestimmt waren. Es ehrt die also Angegeiferten (na ja, beim einem der so Geehrten ist diese Ehrung wohl nicht wirklich verdient, hat dr Luggebiesser schon früher feststellen müssen) , dass sie diesem wahltaktisch motivierten Gebrüll widerstanden und seither ein Paket zusammengestellt haben, das sich sehen lassen kann. Natürlich kann – wie immer – das Eine oder Andere kritisiert werden. Aber weit besser als ein „Haircut“ oder eine «Fahrt mit dem Rasenmäher über das Budget», also lineare Kürzungen bei allen Positionen, die sich überhaupt kürzen liessen oder ein unüberlegter Hüftschuss, der erfahrungsgemäss daneben geht, ist dies allemal. Ehre also, wem Ehre gebührt, gerade etwa Adrian Ballmer (FDP), dem Architekten des Ganzen.
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