Ist der Schweizer Franken wirklich überbewertet?

27. August 2011 um 06:50 | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Seit Wochen sind wir alle (ich mit eingeschlossen) der Meinung, der Schweizer Franken sei (teilweise) massiv überbewertet. Ich durfte vor ein paar Tagen einem Vortrag eines unabhängigen Schweizer Bankiers zuhören. Eine Schlussfolgerung, welche ich aus den vorgetragenen Zahlen mache, ist, dass der Schweizer Franken bei rund CHF 1.15/€ zur Zeit in etwa “gerecht” bewertet ist. Dies ergibt sich aus einer langen Zahlenreihe, die bis 1975 zurück reicht. Also keine kurzfristige Betrachtung. Im Gegenteil, der Schweizer Franken war in der Vergangenheit  Jahre lang (teilweise massiv) unterbewertet. Ich nehme an, dass dies die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach den erfolglosen Interventionen am Devisenmarkt erkannt hat und heute auch deshalb keine feste Zielgrösse für den Wert des Schweizer Frankens bekannt gibt. Was tun?

Da gibt es meines Erachtens eigentlich nur fünf  Aktivitäten oder Verhaltensformen:

1. die SNB walten lassen. Ganz sicher aber nicht – wie das einige profilsüchtige Politiker tun – der SNB Führung fortwährend „an den Karren fahren“, und, wenn es gerade opportun scheint, das Gegenteil zu behaupten;

2. verstehen, dass die schweizerische Wirtschaft auch vom starken Franken profitiert. Das gilt nicht nur für die Importeure, das gilt für alle Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen im Ausland einkaufen;

3. administrative Hürden in der Schweiz im Eiltempo abbauen, die Gesetzes- und Verordnungsflut in Bund, Kanton und den Gemeinden eindämmen;

4. wenn schon Mittel aus der laufenden Rechnung des Bundes verwenden, dann anstelle von Schuldentilgung, für Bildung, Innovation und Infrastruktur Projekte einsetzen. Dies schafft längerfristig Arbeitsplätze, die möglicherweise in den nächsten Monaten wegen des starken Frankens verloren gehen werden;

5. die Mehrwertsteuer vereinheitlichen und zwar auf einem tieferen Satz, Beispielsweise bei 4%. Das vermindert den administrativen Aufwand und spart somit Kosten für die Betriebe, insbesondere für die Kleinen und Mitteleren (KMU).

Die drei letzten Aktivitäten kann das Parlament in der nächsten Session verabschieden, wenn die verantwortlichen Politiker ihr Mandat ernst nehmen.

Paul Hofer, Nationalratskandidat

 

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